❌ Vorwürfe der sexuellen Belästigung: ORF-Generaldirektor Roland Weißmann tritt mit sofortiger Wirkung zurück
Aussendung des ORF
ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hat Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer und den Stellvertretenden Vorsitzenden Gregor Schütze gestern über seinen Rücktritt von seiner Funktion mit sofortiger Wirkung informiert. In den vergangenen Tagen hat eine ORF-Mitarbeiterin gegenüber dem Generaldirektor Vorwürfe der sexuellen Belästigung erhoben. Roland Weißmann bestreitet diese Vorwürfe.
Der im Raum stehende Vorwurf verlangt dennoch eine rasche und transparente Aufklärung in enger Kooperation mit der ORF-Compliance-Stelle, bei der die Wahrung des Schutzes der betroffenen Person das oberste Ziel sein müsse, so der Stiftungsrats-Vorsitzende und sein Stellvertreter. Lederer und Schütze danken Roland Weißmann für seine Verdienste und die 30jährige Tätigkeit im ORF.
Die Sitzungen des ORF-Stiftungsrats in dieser Woche werden wie geplant stattfinden. Bereits in der Plenarsitzung am Donnerstag soll die amtierende Hörfunkdirektorin Ingrid Thurnher auf Vorschlag von Schütze und Lederer mit der vorläufigen Führung der Geschäfte des Generaldirektors beauftragt werden, die den ORF aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in leitenden redaktionellen Funktionen und nun seit mehr als vier Jahren im Direktorium hervorragend führen wird.
Heinz Lederer, Vorsitzender des ORF-Stiftungsrats: „Es ist die Verantwortung des ORF-Stiftungsrats, nun rasch die nötigen Schritte zu setzen, damit die erhobenen Vorwürfe transparent und mit aller Konsequenz aufgeklärt werden können und die reibungslose Fortführung der Geschäftsführung garantiert ist. Mit der von uns als Generaldirektorin vorgeschlagenen Ingrid Thurnher ist dies sichergestellt!“
Gregor Schütze, Stellvertretender Vorsitzender des ORF-Stiftungsrates: „Mit der entschiedenen Vorgangsweise zeigt der ORF-Stiftungsrat, dass er auch in schwierigen Momenten eine ruhige Hand bewahrt. Ingrid Thurnher wird den ORF mit ihrer großen Erfahrung souverän durch diese herausfordernden Zeiten führen!“
Am Fahrplan für die Neubestellung der ORF-Geschäftsführung für die Periode ab 1.1.2027 ändert sich nichts.
Update: Der Anwalt von Weißmann konterte die Aussendung binnen Minuten!
Zur heute via APA-OTS verbreiteten Medieninformation des Österreichischen Rundfunks (ORF) betreffend den Rücktritt von Herrn Mag. Roland Weißmann als Generaldirektor des ORF äußert sich dessen Anwalt Dr. Oliver Scherbaum wie folgt:
„Mein Mandant wurde vom Stiftungsrat darüber in Kenntnis gesetzt, dass ihm von einer Mitarbeiterin unangemessenes Verhalten zu Beginn seiner Amtszeit als Generaldirektor (2022) vorgeworfen wird. Ihm wurde seitens des Stiftungsrates eine Frist von wenigen Tagen eingeräumt, um seinen Rücktritt zu erklären, obwohl mein Mandant die Vorwürfe bestritten hat und eine inhaltliche Überprüfung der Vorwürfe nicht erfolgte.
Meinem Mandanten liegt bis heute der von der Mitarbeiterin genau vorgebrachte Sachverhalt nicht vor, dennoch war er, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden, zu weitreichenden Zugeständnissen bereit und trat daher am Sonntag 08. März 2026 um 11:45 Uhr mit sofortiger Wirkung von seiner Funktion als Generaldirektor zurück.
Die mediale Verbreitung der in keinster Weise aufgeklärten Vorwürfe stellt eine völlig unangemessene und überschießende Reaktion dar. Diese Vorgehensweise, wie auch eine allfällige Wiedergabe der Vorwürfe durch Dritte, verletzen die Persönlichkeitsrechte meines Mandanten massiv und werden zu entsprechenden rechtlichen Schritten führen.
Dieser Vorgang geschieht bezeichnenderweise wenige Monate vor der bevorstehenden Generaldirektorwahl im ORF.
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