🎠 Längster Urfahrmarkt aller Zeiten “begeisterte” lediglich 550.000 Besucher


LINZ. Der Jahrmarkt dürfte langsam ausgewachsen sein.

Die Euphorie vor dem XXXL-Urfix verflog so rasch wie sich die neue (Mini-)Raucheinlage bei der Eröffnung verzog.

Auch wenn man wirklich bemüht ist, neuerdings die “Tradition seit 1817” auf T-Shirts herumträgt und der Jahrmarkt länger und größer wurde, die Besucher wurden nicht mehr.

Die Veranstalter verkündeten per Aussendung zum Marktende 550.000 Besucher.

Nur. Denn es war der längste Urfix aller Zeiten. Immerhin elf Tage lang war geöffnet. Das Wetter hätte bis auf zwei Regenschauer nicht besser sein können. Und es gab auch vier – für Linz – neue Fahrgeschäfte. Eines davon war überhaupt ganz neu.

Der Allzeit-Rekord liegt übrigens laut offiziellen Statistiken bei rund 680.000 Besuchern (Frühjahrsmarkt 2012).

Ein Vergleich

Weit über 350.000 Fans haben heuer auf der Passauer Maidult gefeiert. Das traumhafte Wetter bescherte den Veranstaltern dort also eine tolle Bilanz.

Die Maidult in Passau hat auch 11 Tage gedauert. Passau hat aktuell etwas mehr als 53.000 Einwohner.

Macht also lediglich rund 2,6 Besucher pro Einwohner in Linz, aber etwa 6,6 Besucher pro Einwohner in Passau.

Die Urfix-Bilanz in Zahlen:

» 108.000 Halbe Bier
» 74.000 Portionen Bratwürste
» 42.000 Limonaden
» 4.100 Portionen Grillhendl
» 180 Aussteller
» 42 Fahrgeschäfte
» 1 Feuerwerk

Auch ohne Rekord war es heuer für die in Urfahr wohnenden Menschen erneut ein Markt mit vielen Einschränkungen und Belastungen. Gesperrte Parkflächen für Standler und Busse der Schiffstouristen und vom seit Jahren versprochenen Verkehrskonzept war nichts zu sehen.

Aufgrund der eher hohen WC-Gebühr am Markt nimmt laut Anwohnern auch die Anzahl an Wildpinklern stetig zu. Angrenzende Schulen und Wohnanlagen müssen inzwischen mit Bauzäunen gesichert werden.

Am Markt selbst fehlen inzwischen leider die echten Highlights.

Unter der Woche ist über Stunden und auch an den Abenden oft große Leere angesagt. Viele Besucher, und vor allem die Nicht-Besucher, kritisieren die extrem hohen Preise.

Da kann auch keine “Weißwurstparty” für geladene Gäste die Lage verbessern.

Und auch ein nett gemeintes “Speed-Dating” lockt keine Massen auf das Gelände.

Das Aufkommen an gemischten Abfällen blieb für aufmerksame Beobachter dafür leider extrem groß. Die Schütten entlang der Donau prägen auch weiterhin das Stadtbild.

Der Herbstmarkt startet am 25. September – mutmaßlich wieder um 17 Uhr – und dauert bis zum 4. Oktober.

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