💰 Bis zu 290.000 Euro Steuergeld für „kostenlosen“ Event am Pflaster der City.
LINZ. Gratis ist nicht immer auch “umsonst”.
Der städtische Event bekam bereits im Jänner bis zu 290.000 Euro Steuergeld zugesprochen und wurde als „niederschwellig“ beschrieben.
Die budgetwirksamen Ausgaben (netto) für die Veranstaltung sollen bei rund 250.000 Euro liegen; man rechnet mit lediglich 40.000 Euro Einnahmen aus Sponsoring und Standgebühren.
Ein fast schon absurd niedriger Wert an selbst lukrierten Einnahmen, denn das Festival soll ja eines der besten in ganz Europa sein.
Für den Fall, dass noch weniger Einnahmen erzielt werden, wurde der maximale Kostenrahmen mit 290.000 Euro exklusive USt. angegeben und genehmigt.
Mit der Umsetzung des Events wird jedes Jahr der Magistrat der Landeshauptstadt Linz, Geschäftsbereich Kultur und Bildung, Abteilung Linz Kultur, betraut.
Auch dort dürften allerdings noch Kosten anfallen, denn die Menschen arbeiten vermutlich nicht kostenlos für die Stadt Linz.
Wie hoch also die Gesamtbelastungen für die Linzer sind, ist nicht bekannt.
Neuerungen gibt es heuer auch, unter anderem werden drei Kirchen als kühle Rückzugsorte geöffnet. Und auch rund um das Schloss sollen Auftritte geplant sein.
Fix sind wieder umfangreiche Sperren der Straßenbahnlinien 1, 2, 3 und 4 sowie der Pöstlingbergbahn sowie Umleitungen und Einschränkungen der Buslinien 26, 27 und 192.
Der Carsharing-Standort am Hauptplatz steht ebenfalls mehrere Tage nicht zur Verfügung.
Auch heuer stellt sich also erneut die Frage, ob in Linz als Veranstaltungsort immer die einzige halbwegs passable Einkaufsstraße herhalten muss.
Eine Notwendigkeit, Straßenkunst genau auf der Landstraße zwischen den Bimgleisen aufführen zu müssen, ist nicht erkennbar – vor allem da es in weiten Teilen der Stadt, auch im direkten Innenstadtbereich, laut übereinstimmenden Aussagen der Politik viel zu viele versiegelte Flächen gibt.
Die vielen offenen Fragen und das Fehlen echter, belastbarer Einblicke wären vielleicht ein gutes Anfragefeld für die 4%-Hürden-Zitterer im Gemeinderat.
Das kritiklose Abnicken von Anträgen der Großparteien dürfte den Wählerzulauf 2027 nicht gerade erhöhen.
Spektakel-Start ist heuer am 23. Juli.
Aus dem Linzer Gemeinderat:
K2. Durchführung des Linzer Pflasterspektakels 2026; Grundsatzgenehmigung maximal 290.000 Euro
GR Samuel Puttinger (SPÖ) - Berichterstattung
„Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, liebe Kolleginnen und Kollegen, im vorliegenden Antrag geht es um den Grundsatzbeschluss und Umsetzungsaufträge für das Linzer Pflasterspektakel 2026. Das Linzer Pflasterspektakel ist eines der größten Straßenkunstfestivals Europas und ein kulturelles Aushängeschild unserer Stadt.
Rund 300 internationale Künstler*innen sorgen jedes Jahr für ein vielfältiges, qualitativ hochwertiges Programm und ermöglichen Kultur für alle. Niederschwellig, offen und generationsübergreifend. Mit mehr als 200.000 Besucher*innen setzt das Festival starke Impulse für den Tourismus und die innerstädtische Wirtschaft. Die 38. Ausgabe soll von 23. bis 25. Juli 2026 stattfinden. Ich ersuche um Zustimmung.
Der Gemeinderat beschließe:
1. Die Durchführung des 38. Linzer Pflasterspektakels von 23. - 25. Juli 2026. Das Vorhaben wird mit einem maximalen Kostenrahmen von 290.000 Euro exklusive USt grundsätzlich genehmigt:
Zu erwartende Ausgaben exklusive USt 290.000 Euro
Zu erwartende Einnahmen exklusive USt 40.000 Euro
Budgetwirksame Ausgaben exklusive USt 250.000 Euro
Im Rahmen dieser Vorgaben wird der Magistrat der Landeshauptstadt Linz, Geschäftsbereich Kultur und Bildung, Abteilung Linz Kultur, mit der Umsetzung dieses Beschlusses, einschließlich der Abwicklung der Vergabeverfahren nach den Bestimmungen des Bundesvergabegesetzes 2018 (BVergG 2018), der Auswahl des Angebots für den Zuschlag (Zuschlagsentscheidung) und vorbehaltlich der entsprechenden Beschlussfassung des jeweils zuständigen Organs mit dem Abschluss der erforderlichen Verträge (Zuschlagserteilung) beauftragt.
2. Die Verrechnung der Kosten in Höhe von 290.000 Euro exklusive USt erfolgt im Rechnungsjahr 2026 auf den entsprechenden Finanzpositionen im Fonds 381000 (Städtische Kulturentwicklung).
Die Verwendung von voraussichtlich 40.000 Euro exklusive USt Einnahmen aus Sponsoring und Standgebühren wird genehmigt. Die Verrechnung der Einnahmen in Höhe von mindestens 40.000 Euro exklusive USt erfolgt im Rechnungsjahr 2026 auf den entsprechenden Fipos im Fonds 381000 (Städtische Kulturentwicklung).
Der budgetwirksame Ausgaberahmen des Pflasterspektakels 2026 beläuft sich somit auf 250.000 Euro exklusive USt.
Die Verwendung von Sponsoringgeldern und Standgebühren, die die bereits kalkulierte Summe von Einnahmen übersteigen, zur qualitativen Programmverbesserung wird genehmigt. Die Verrechnung derselbigen erfolgt im Fonds 381000 (Städtische Kulturentwicklung).‘“
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