💫 Marienschwestern vom Karmel: Feier der Professjubiläen
Am 11. Juli 2026 feierten in der Klosterkirche des Mutterhauses der Kongregation der Marienschwestern vom Karmel in Bad Mühllacken vier Marienschwestern ihr Professjubiläum. Dem Festgottesdienst stand Bischofsvikar Dr. Adi Trawöger vor.
Mit Dr. Adi Trawöger, Bischofsvikar für Orden, Säkularinstitute und geistliche Gemeinschaften, zelebrierten P. Paul Weingartner OCD, Msgr. Mag. Ewald Kiener und P. Mag. Josef Pichler OSFS. Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst von Mitschwestern, Matthäus Edinger an der Orgel sowie der Familie Erwin und Theresia Haderer mit ihren Kindern Niklas und Annika an Trompete, Klarinette und Querflöte.
Schwester M. Margret Grill, Generaloberin der Marienschwestern vom Karmel, stellte jede Jubilarin vor und zeigte auf, wie sie ihre Berufung in der Kongregation gelebt hat. Unter den Jubilarinnen blickte je eine Schwester auf 70, 65, 60 und 50 Professjahre zurück.
Sr. M. Margret würdigte in ihren Gratulationsworten das Leben der Jubilarinnen aus der Verbindung mit Gott, aus der sie das, was sie in der Profess versprochen haben, Tag für Tag aufs Neue und oft im Verborgenen lebten. Als „Edelsteine“ wie der Saphir (70 und 65 Jahre) und der Diamant (60 Jahre) und „Edelmetalle“ wie das Gold (50 Jahre) sind sie ein Geschenk für die Gemeinschaft und das Reich Gottes.
Im Mittelpunkt der Festpredigt von Bischofsvikar Dr. Adi Trawöger stand die Kraft der Begegnung. „Unser Leben ist eine Geschichte von Begegnungen“, betonte er und erinnerte daran, dass gerade wertschätzende, von Güte und Vertrauen geprägte Begegnungen Menschen verändern und Lebenswege prägen können.
Als biblisches Vorbild stellte er die Begegnung Marias mit Elisabeth in den Mittelpunkt. Maria macht sich auf den Weg zu ihrer Verwandten, die sie voller Freude und im Heiligen Geist als Mutter des Herrn begrüßt. In dieser Begegnung werden Glaube, Hoffnung und Gottes Wirken sichtbar: Nicht nur die beiden Frauen begegnen einander, sondern auch Johannes und Jesus – der Wegbereiter und der kommende Messias. Maria antwortet mit dem Magnificat, dem Lobpreis auf Gottes Größe und seine verwandelnde Kraft.
Trawöger hob hervor, dass Segen bedeute, einander Gutes zuzusprechen, und dass Gottes Möglichkeiten größer sind als menschliche Grenzen. Wirklich befreiende Begegnungen würden dort geschehen, wo der Heilige Geist wirke – in einem Blick, einem Gruß, einer Umarmung oder einem guten Wort. Den Jubilarinnen dankte er für die vielen Begegnungen, die sie in ihrem Ordensleben ermöglicht und geschenkt haben. Durch ihren Dienst sei viel Gutes gewachsen. Mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott“ und Glückwünschen würdigte er ihr langjähriges Wirken.
Zum einmal Versprochenen stehen
Die Jubilarinnen erneuerten im Festgottesdienst ihre Ordensprofess und bekundeten in Dankbarkeit: „Was ich vor 50, 60, 65 und 70 Jahren versprochen habe, dazu stehe ich auch heute.“
Die Professjubilarinnen im Porträt
» 70-jähriges Professjubiläum (1956): Sr. M. Leopoldine Hollnsteiner
Aus Piberbach/Kematen an der Krems. 41 Jahre lebte sie ihre Berufung als Marienschwester in der Pflege kranker Menschen im Krankenhaus Kirchdorf, einige Jahre wirkte sie im Kurhaus Bad Mühllacken zum Wohl der Gäste und seit 2005 im Mutterhaus, davon die ersten 12 Jahre als Hausoberin.
» 65-jähriges Professjubiläum (1961): Sr. M. Reintraud Hattmannsdorfer
Aus St. Georgen an der Gusen. Sie lebte ihre Berufung als Marienschwester im Einsatz für das Wohl der Gäste als Kneipp-Bademeisterin in Bad Kreuzen und Aspach durch 53 Jahre hindurch. Seit 2017 lebt sie im Mutterhaus.
» Diamantenes Professjubiläum (60 Jahre, 1966): Sr. M. Judith Leithner
Aus Pfarrkirchen im Mühlkreis. Sie lebte ihre Berufung als Marienschwester im Einsatz für die Patient:innen des Krankenhauses Kirchdorf (32 Jahre) und für die Gäste in Aspach (9 Jahre) und Bad Kreuzen (19 Jahre).
» Goldenes Professjubiläum (50 Jahre, 1976): Sr. M. Bernadette Steiner
Aus Pabneukirchen. Als Schneidermeisterin und Lehrerin für textiles Werken fertigt sie größtenteils die Ordenskleidung an. Sie leitete 30 Jahre die Ordensausbildung, war 24 Jahre Generalvikarin und ist seit 2017 Hausoberin im Mutterhaus.
Nach dem Fest in der Kirche folgte ein gemütliches Beisammensein der Jubilarinnen und Schwestern mit Verwandten, Weggefährt:innen und Freund:innen im neuen Mutterhaus der Marienschwestern in Bad Mühllacken.
Hintergrund: Die Marienschwestern vom Karmel
Die Marienschwestern vom Karmel sind ein apostolisch tätiger Zweig des Karmelordens. Seit 1860 wirkt die Ordensgemeinschaft in Österreich, seit 1920 in Deutschland und seit 2002 in Uganda.
Derzeit leben in Österreich insgesamt 43 Schwestern: im Curhaus Bad Kreuzen, in Bad Mühllacken (Mutterhaus und Spirituelles Gesundheitszentrum), im „Haus der Achtsamkeit“ in Grünau im Almtal und in den Fachschulen der Marienschwestern in St. Pantaleon-Erla bei St. Valentin (NÖ). Darüber hinaus sind Schwestern in Regensburg tätig.
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