🦠 Legionellenausbruch im Großraum Linz: Nun schon 32 Erkrankungsfälle. 3 Personen verstorben. 5 Personen in stationärer Behandlung.


Gemeinsame Medieninformation von Land OÖ, BH Linz-Land, Magistrat Linz und AGES

Die Gesundheitsbehörden setzen die umfangreichen Untersuchungen zur möglichen Identifizierung von Infektionsquellen weiter fort. Bislang wurden rund 200 Wasserproben aus Haushalten, Arbeitsstätten, Beherbergungsbetrieben und technischen Anlagen gezogen. Ein Großteil der Proben wurde bereits durch das Referenzlabor der AGES untersucht.

Kühlanlage in Linz-Leonding: Anlage stillgelegt und desinfiziert

Bei der Kühlanlage eines Gewerbebetriebes im Raum Linz-Leonding (Bereich Doppl / Haidfeldstraße) wurden ebenfalls relevante Legionellen (Legionella pneumophila, Serogruppe 1) nachgewiesen. Die Anlage wurde sofort stillgelegt und einer Desinfektion unterzogen. Nach Abschluss der Reinigung erfolgt eine neuerliche Beprobung, um den Erfolg der gesetzten Maßnahmen zu überprüfen.

Kein mikrobiologischer Hinweis auf Zusammenhang mit dem Ausbruch bei weiterer Kühlanlage

Bei einer weiteren Kühlanlage eines Unternehmens im Industriegebiet östlich der A7 waren zu Beginn dieser Woche ebenfalls Legionellen nachgewiesen worden. Durch die laufende mikrobiologische Untersuchung und Typisierung der Erreger lässt sich der Befund mittlerweile genauer einordnen. Nach dem derzeitigen Stand gibt es keinen mikrobiologischen Hinweis darauf, dass die in dieser Anlage nachgewiesenen Legionellen mit dem aktuellen Ausbruchsgeschehen im Raum Linz in Zusammenhang stehen. Diese Einschätzung deckt sich sowohl mit der technischen Bewertung der Anlage als auch mit der epidemiologischen Bewertung des Ausbruchsgeschehens.

Die Legionärskrankheit (Legionellose) ist eine schwere, fallweise tödlich verlaufende Form der Lungenentzündung, die weltweit ganzjährig sporadisch auftritt. Saisonale Häufungen treten in unseren Breitengraden insbesondere im Sommer und zu Beginn des Herbstes auf. Legionellen kommen natürlicherweise im Boden und im Wasser vor. Eine Infektion erfolgt insbesondere dann, wenn legionellenhaltiges Wasser in Form eines fein zerstäubten Wassernebels (Aerosols) eingeatmet wird. Besonders gefährdet sind unter anderem ältere Menschen, Raucherinnen und Raucher, immungeschwächte Personen sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes oder chronischen Lungenerkrankungen.

Grundsätzlich lässt sich das Risiko einer Legionellen-Infektion durch einen sachgerechten Umgang mit Wasserinstallationen reduzieren. Nach längeren Standzeiten, etwa nach einem Urlaub, sollte Wasser vor der Verwendung ausreichend aus den Leitungen ablaufen. Zudem sind geeignete Warmwassertemperaturen und eine regelmäßige Wartung der Wasserinstallationen wichtig. Durch das Trinken von legionellenhaltigem Wasser besteht grundsätzlich keine Infektionsgefahr, da die Bakterien im Magen inaktiviert werden. Entscheidend ist vielmehr, das Einatmen legionellenhaltiger Aerosole zu vermeiden. 

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