🕊️ Pfingsten: Was. Wie. Wann. Warum.
50 Tage nach Ostern schließt das Pfingstfest den Osterfestkreis ab.
Aussendung Diözese Linz
Im Zentrum des Festes, das heuer auf den 24. Mai fällt, steht die Sendung des Heiligen Geistes, einer belebenden und dynamischen Kraft Gottes, die den Menschen als Beistand gegeben ist.
Rund um das Pfingstfest finden auch heuer wieder zahlreiche Firmungen statt. In der Diözese Linz sind es 2026 insgesamt 234. Diözesanbischof Manfred Scheuer wird als Firmspender von Generalvikar Severin Lederhilger, den Äbten der oö. Stifte und Klöster sowie den Mitgliedern des Domkapitels unterstützt. Darüber hinaus kommen bei einzelnen Firmungen auch Bischöfe und andere Firmspender aus fremden Diözesen zum Einsatz.
50 Tage nach Ostern schließt das Pfingstfest den Osterfestkreis ab. Im Zentrum des Festes, das 2026 auf den 24. Mai fällt, steht die Sendung des Heiligen Geistes, einer belebenden und dynamischen Kraft Gottes, die den Menschen als Beistand gegeben ist.
Pfingstfest
50 Tage nach Ostern steht im Mittelpunkt des Pfingstfestes die Sendung des göttlichen Geistes – des Beistandes der Christ:innen. Nach biblischer Überlieferung wurden die Apostel mit dem Heiligen Geist erfüllt, der sie ermutigte und befähigte, die Frohe Botschaft Jesu zu verkünden – sogar in fremden Sprachen. Zu Pfingsten feiern Christ:innen also den Beginn der Glaubensverkündung durch die Apostel, sozusagen den „Geburtstag“ der Kirche.
„Pfingsten“ bedeutet im Griechischen fünfzig (griech. pentekostē). Dieses Fest schließt den Osterfestkreis ab. Zunächst war das Pfingstfest im Judentum ein Erntefest, das erst in späterer Zeit historisiert wurde: Man gedachte des Bundesschlusses auf dem Berg Sinai, wo Israel die Zehn Gebote Gottes empfing. Zu diesem Gedächtnis pilgerte man in die Heilige Stadt Jerusalem zum Tempel. Pfingsten wurde zum Wallfahrtsfest. Ab dem 4. Jahrhundert wurde Pfingsten als eigenständiges Fest gefeiert und nicht nur als Abschluss des Osterfestes.
Heiliger Geist – mehr als eine Taube
Die Christ:innen verstehen unter dem Heiligen Geist die göttliche Lebenskraft, die erhält und trägt; er ist die Liebe Gottes, die über die Menschen gekommen ist. Der Heilige Geist ist somit das Geschehen liebender Begegnung. In der christlichen Dreifaltigkeitstheologie ist er eine der drei göttlichen Personen und macht das Wesen Gottes als Beziehung deutlich. Im Altgriechischen heißt Geist „pneuma“, ist also sächlich. Im Hebräischen heißt der Heilige Geist „ruach“ und ist weiblich. In manchen Darstellungen der Dreifaltigkeit Gottes ist daher der Heilige Geist – neben Gott Vater und Jesus – als Frau dargestellt und verkörpert dadurch auch die weibliche Seite Gottes.
Im Alten Testament bezeichnet „ruach“ vor allem den belebenden Hauch, der in verschiedenen Zusammenhängen erfahren wird: als Bewegung der Luft vom leisen Säuseln bis hin zum Sturm. Bereits im ersten Buch der Bibel, im Buch Genesis, ist „ruach“ als das Prinzip des Lebens zu finden: als Lebensodem, der das Leben von Tieren und Menschen ermöglicht. Darüber hinaus wird die Wirkung des göttlichen Geistes in herausragenden Handlungen beschrieben.
Im Neuen Testament wird „pneuma“ für den in Jesus wirkenden Geist verwendet, der das Anbrechen des Reiches Gottes anzeigt. Die Jüngerinnen und Jünger sind durch den vom Auferstandenen empfangenen Gottesgeist zur weltweiten Zeugenschaft ausgerüstet. Gottes Geist ist allen Glaubenden durch die Taufe auf Dauer als Beistand gegeben und wirkt sich in der Verkündigung aus. In den Texten des Apostels Paulus wird besonders deutlich, dass der Geist das Leben der Glaubenden bestimmt, die sowohl als Einzelne als auch als Gemeinde Tempel des Heiligen Geistes sind, der „in ihnen wohnt“ (1 Kor 6,19 bzw. 1 Kor 3,16). Der eine Geist schenkt unterschiedliche Gaben („Charismen“), die auf dem Hintergrund der Leib-Christi-Vorstellung (durch die Taufe sind alle Christ:innen Glieder des Leibes Christi) das Zusammenwirken aller in der Kirche gewährleisten. Im Johannes-Evangelium wird deutlich, dass der Geist als Beistand (Paraklet) nach Jesu Rückkehr zum Vater dauerhaft bei der Gemeinde bleibt (Joh 14,16.26).
Pfingsten ist auch eng mit dem Gedanken des Aufbruchs und der Überschreitung von Grenzen verbunden, wie die biblischen Texte zeigen: Die sich nicht verstehenden Menschen, die durch Sprachen, Volkszugehörigkeiten, Schichten und Geschlecht einander fremd sind, entdecken ihre Gemeinsamkeit, die sie als „Kinder Gottes” haben (vgl. Apg 2,1-13).
Den Bildern in der Bibel entsprechen die Darstellungen des Heiligen Geistes. So wird die Geistkraft Gottes als Feuer, Sturm und Windhauch abgebildet sowie oft als Taube dargestellt. Schon in der Antike galt die Taube als Sinnbild für Liebe, Frieden und Sanftmut. Die Menschen nahmen nämlich an, dass die Taube keine Gallenblase besitzt und daher frei von Bitterem und Bösem sei. In der biblischen Erzählung von der Taufe Jesu ist davon die Rede, dass Jesus den Heiligen Geist „wie eine Taube vom Himmel herab“ kommen sieht. Seit dem Konzil von Nicäa (325) wird der Heilige Geist als Taube dargestellt.
Pfingsten im Linzer Mariendom
Am Pfingstsonntag feiert Bischof Manfred Scheuer um 10.00 Uhr mit den Gläubigen die Hl. Messe. Bei diesem Gottesdienst findet auch eine Firmung statt.
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