ℹ️ Holding Graz richtet Sponsoring neu: Diese Idee könnte wegweisend für Linz sein.


LINZ. In Graz wird in Sachen öffentlicher Gelder bereits gehandelt.

Medieninformation Stadtrat Manfred Eber

Holding Graz richtet Sponsoring neu aus – Unterstützung für Frauen-, Nachwuchs- und Special-Needs-Teams bleibt mit 250.000 Euro jährlich weitgehend erhalten

Die Holding Graz hat in Abstimmung mit der Stadt Graz entschieden, ihr Sponsoring neu auszurichten. Der Grund ist klar: Im gesamten Haus Graz müssen Einsparungen vorgenommen werden, um die städtischen Finanzen langfristig zu stabilisieren. Mit über 60 Maßnahmen hat die Stadt Graz bereits Verbesserungen beim operativen Saldo von rund 54 Millionen Euro erreicht. Weitere Schritte sind notwendig.
Eine dieser bereits beschlossenen Maßnahmen betrifft das Sponsoring. Nach der laufenden Saison, also ab Herbst 2027, wird die Holding Graz das Sponsoring der Herren-Profi-Mannschaften von SK Sturm Graz, GAK und Graz99ers nicht mehr fortführen. Damit setzt die Stadt Graz eine klare Priorität: Die verfügbaren Mittel sollen künftig verstärkt für die Unterstützung der vielen kleinen und mittleren Sportvereine und Initiativen eingesetzt werden.

Das Sponsoring für Frauen-, Nachwuchs- und Special-Needs-Teams der drei Profi-Klubs bleibt bestehen. Für diese Bereiche stellt die Holding Graz weiterhin rund 250.000 Euro jährlich zur Verfügung. Das entspricht 85 Prozent der bisherigen Sponsoringmittel für diese Teams. Gerade die Nachwuchsarbeit, der Frauensport und der Sport für Menschen mit besonderen Bedürfnissen sind wichtige Bereiche, die die Stadt Graz auch unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen weiterhin unterstützen möchte.

„Wir müssen bei allen Ausgaben Prioritäten setzen – auch beim Sponsoring. Entscheidend ist, dass möglichst viele Vereine und Initiativen weiterhin unterstützt werden können“, betont Finanzstadtrat Eber.

Auch Sponsoring muss in finanziell schwierigen Zeiten auf dem Prüfstand stehen

Die von den drei Profi-Klubs genannten Zahlen sind hinsichtlich Sponsorings und Förderung für die Stadt nicht nachvollziehbar. Tatsächlich beliefen sich die Sponsoringzahlungen aus dem Holding-Graz-Konzern im Jahr 2025 auf insgesamt 1.854.325 Euro. Zusätzlich erhielten die drei Klubs im selben Jahr städtische Förderungen in Höhe von insgesamt 205.800 Euro. Die beschlossene Neuausrichtung betrifft ausschließlich das Sponsoring der Herren-Profimannschaften durch die Holding Graz. Förderungen sowie Sponsoringzahlungen anderer städtischer Beteiligungen sind davon nicht betroffen.

Des Weiteren muss man bei der sachlichen Einordnung dieser Zahlen die unterschiedlichen Zahlungsströme sauber auseinanderhalten. Laufende Kosten, Abgaben und Mietzahlungen sind nicht mit Sponsoring gleichzusetzen. Umgekehrt gehören auch die Kosten der öffentlichen Hand für die Sportstätten zur Gesamtbetrachtung. Hier verweist der Bundesrechnungshof auf die mangelnde Kostendeckung bei den Mieten des Stadions Liebenau, des Eisstadions und des Sportzentrums Weinzödl und bemerkt, dass es sich hierbei um indirekte beziehungsweise verdeckte Förderung handeln könnte. Auch diese Dimension gehört zu einer ehrlichen Gesamtbetrachtung.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die in Rechnung gestellten Mieten beim Stadion Liebenau auch bereits die Energiekosten enthalten. Auch beim Betrieb der Eishalle reichen die Einnahmen nicht aus, um die tatsächlichen Kosten zu decken. Die Differenz muss mit Steuergeld ausgeglichen werden.

Werbewert ist nicht gleich Budgeteinnahme

Die Vereine verweisen auf den Werbewert ihrer Kooperationen mit der Holding Graz. Dieser Wert kann ein sinnvoller Indikator sein, um die mediale Sichtbarkeit eines Sponsorings zu beurteilen. Er beschreibt, was eine vergleichbare Sichtbarkeit zu marktüblichen Werbetarifen rechnerisch kosten würde. Er ist keine tatsächliche Einnahme und verbessert weder unmittelbar das Budget der Stadt noch jenes der Holding Graz. Auch die regionale Wertschöpfung des Profisports und die damit verbundenen Arbeitsplätze sind wichtige Faktoren. Sie ändern aber nichts daran, dass die Stadt Graz mit den tatsächlich verfügbaren finanziellen Mitteln haushalten muss.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Diskussion über den Werbewert vor allem auf die Herren-Profimannschaften konzentriert wird. „Auch die Frauen-, Nachwuchs- und Special-Needs-Teams leisten wichtige Arbeit, schaffen Sichtbarkeit und tragen zur regionalen Wertschöpfung bei. Wir werden diese Bereiche weiterhin mit rund 250.000 Euro jährlich unterstützen“, betont Eber.

Gesprächsbereit, aber klare Prioritäten

Dass die Entscheidung bei den betroffenen Vereinen für Enttäuschung sorgt, ist nachvollziehbar. Die Zusammenarbeit mit dem Grazer Spitzensport hat eine lange Tradition und die Leistungen der Vereine verdienen Anerkennung. Dazu gehört aber auch, die langjährige Unterstützung durch die Holding Graz entsprechend zu würdigen. „Wir stehen mit den Vereinen in regelmäßigem Austausch und sind selbstverständlich auch jederzeit offen für weitere Gespräche über die Entscheidung und ihre Auswirkungen“, so Eber.

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