🕯️ Allerheiligen und Allerseelen: Was man wissen sollte


Allerheiligen und Allerseelen gehören zu den wichtigsten Gedenktagen im Kirchenjahr. Sie laden dazu ein, an Heilige und Verstorbene zu erinnern, Hoffnungszeichen des Glaubens zu entdecken und in Dankbarkeit verbunden zu bleiben. Für viele Menschen sind diese Tage auch eine Zeit des persönlichen Gedenkens, der Trauerbewältigung und der Pflege wertvoller Traditionen, die Gemeinschaft stiften und Generationen miteinander verbinden.

Zu Allerheiligen am 1. November gedenken die Menschen traditionell ihrer Verstorbenen, auch wenn der Tag für das Totengedenken zu Allerseelen am 2. November ist. Für viele Menschen sind in diesen Tagen Besuche auf den Friedhöfen ein wichtiges Ritual. Gräber werden geschmückt, Lichter angezündet. Durch das Gedenken an die Verstorbenen bleibt ein Mensch in seiner Einzigartigkeit und Würde nach seinem Tod in liebevoller Erinnerung. Das Gedenken und das Erinnern helfen auch in der Trauerarbeit. Trauer- und Abschiedserfahrungen müssen nicht allein durchgestanden werden. Die Seelsorger:innen der Katholischen Kirche in Oberösterreich sind in der Begleitung am Lebensende und in der würdevollen Verabschiedung genauso wie in der Zeit des Trauerns für Betroffene da. In vielfältigen Formen der Begleitung wird der Trauer Zeit und Raum gegeben.

Das Fest, an dem die katholische Kirche ihrer Heiligen gedenkt, wurde ursprünglich eine Woche nach Pfingsten gefeiert und war somit in den Osterfestkreis integriert. In Irland wurde das Fest später auf den Beginn des keltischen Jahres gelegt. Im 8. Jahrhundert wurde diese Festlegung auch bei uns übernommen. Seitdem wird Allerheiligen am 1. November gefeiert. In den Heiligen verehrt die Kirche Menschen, an denen das gute Handeln Gottes sichtbar geworden ist. Sie sind beispielhaft Zeug:innen dafür, dass Gott auch für und durch uns das Gute will. Die Heiligenverehrung begann mit der Verehrung der Märtyrer:innen (bedeutet „Blutzeug:innen“) der ersten christlichen Jahrhunderte, die aufgrund ihres Glaubens ermordet wurden. Die Christen trafen sich an ihren Gräbern oder verehrten später deren Reliquien. Um eine ausufernde Personenverehrung in den folgenden Jahrhunderten einzudämmen, wurden schließlich Selig- und Heiligsprechungsverfahren eingeführt.

Zu Allerseelen am 2. November gedenkt die Katholische Kirche ihrer Verstorbenen. Im Mittelpunkt steht das Requiem, der Gottesdienst für die Toten, bei dem für ihre Vollendung bei Gott gebetet wird.

Das Fest wurde im Jahr 998 von Abt Odilo von Cluny eingeführt. Christliche Feste zum Totengedenken gibt es allerdings bereits seit dem 2. Jahrhundert. Die offizielle Festsetzung des Gedenktages erfolgte erst spät – im Jahr 1915 durch Papst Benedikt XV.

Das Gedenken an die Verstorbenen gehört zum ältesten religiösen Verhalten der Menschen. Das Schmücken der Gräber, das Entzünden einer Kerze, das Gebet beim Grab hat es bereits seit Beginn des Christentums gegeben. Am Allerheiligen- und Allerseelentag werden die Gräber bei der Gräbersegnung mit Weihwasser besprengt. Traditionell wird zu Allerheiligen auch der in den Weltkriegen gefallenen Soldaten mit Feiern und Kranzniederlegungen vor den Denkmälern gedacht.

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