👦 90 Klassen im Rathaus: Lernen Schüler dort nur den Bürgermeister kennen?
LINZ. Über 2.000 Schüler sollen heuer schon beim Bürgermeister gewesen sein.
Laut Aussendung sind „Schulklassenbesuche seit vielen Jahren ein fixer Bestandteil der politischen Bildungsarbeit der Stadt Linz“.
So weit, so gut.
Doch dann stellt sich die Frage nach der breiten Ausrichtung der „politischen Bildungsarbeit“ in der Lebensstadt.
Glaubt man dem Text und blickt auf die beigefügten Pressefotos, so wirkt die „politische Bildungsarbeit“ der Stadt sehr auf den Bürgermeister fokussiert.
Die Kinder dürfen in das Turmbüro, bestaunen die Bürgermeisterkette und es gibt ein Gruppenfoto mit dem Stadtoberhaupt.
Man möchte den „Kindern schon früh vermitteln, wie kommunale Politik funktioniert“, wird weiter berichtet.
Warum die Schulklassen nicht alle gesammelt oder in Etappen zu einer Gemeinderatssitzung gehen, um dort ALLE Funktionsträger sämtlicher Parteien kennenzulernen, kann man der Aussendung leider nicht entnehmen.
Die Einführung in die Demokratie sollte ja nicht die Prägung auf eine einzige städtische Funktion sein.
In diesem Zusammenhang sei auch noch die aktuelle Diskussion um die mögliche 4%-Hürde für den Einzug in den Gemeinderat bei der kommenden Wahl 2027 angesprochen.
Kleinparteien und Wahlgruppen/Initiativen rücken bei einem Fokus auf den Bürgermeister ja nun nicht gerade ins Rampenlicht.
Bei der letzten Wahl im Jahr 2021 wären übrigens gleich drei wahlwerbende Gruppen an der 4%-Hürde gescheitert:
» KPÖ (2.831 Stimmen) mit 3,3%
» LINZ+ (2.761 Stimmen) mit 3,2%
» Wandel (1.333 Stimmen) mit 1,6%
Link:
Hier geht es zu Aussendung der Stadt Linz.
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